Veranstaltungswoche der HKKNOS im Mai 2016 in Oberschlesien

In der Woche vom 22. bis 28. Mai 2016 f√ľhrte die HKKNOS in Oberschlesien Forschungsarbeiten in Archiven und mehrere Veranstaltungen durch. Am Sonntagabend, dem 22.05.16, trafen mehrere Mitglieder der HKKNOS (Peter Ernst, Maik Gliese, Sebastian K√∂nig, Monika Rose, Wolfgang Schiller, Andreas Smarzly, Manfred Weiss und Prof. Ralph Wrobel) im Hotel Piast in Oppeln ein. Zusammen mit¬†den, au√üerhalb von Oppeln √ľbernachtenden, G√ľnter Hauptstock mit Gattin¬†und Robert Hellfeier mit Gattin, forschten alle Mitglieder der HKKNOS von Montag bis Mittwoch im Staatsarchiv Oppeln. Dabei konnten dank des zuvorkommenden Entgegenkommens der Leitung und der Mitarbeiter/innen des Staatsarchives, sowie des enormen Arbeitseinsatzes der Angereisten, vor allem die u.g. Best√§nde untersucht und zum gro√üen Teil kopiert/fotografiert werden: F√ľrstentum Oppeln-Ratibor, Evg. Pfarrei Neustadt, Kath. Pfarrei Steubendorf, Regierung Oppeln, Amtsgericht Oberglogau, Amtsgericht Ziegenhals, AmtsgerichtCosel, Amtsgericht Krappitz,¬†Amtsgericht Ottmachau, Amtsgericht Gnadenfeld, Amtsgericht Neustadt, Landratsamt Neustadt, Katasteramt Krappitz, Katasteramt Neustadt, Standesamt Oberglogau, Standesamt Gl√§sen, Standesamt K√∂nigsdorf, Standesamt Pommerswitz, Standesamt Neustadt, Standesamt Deutsch Rasselwitz, Standesamt Stiebendorf und Standesamt Steubendorf.

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Im StaA Oppeln

An beiden Standorten des Archives, im Stadtzentrum und in der
Außenstelle in Groschowitz, konnten so mehrere Dutzend Meter Akten durchgesehen und mehrere Terrabyte Kopien angefertigt werden, die nun ihrer genauen Auswertung und Untersuchung entgegen sehen.

W√§hrend die o.g. Mitglieder die Forschungsarbeit im Archiv durchf√ľhrten, haben die ebenfalls angereisten Mitglieder Rosemarie und Werner Matulla, sowie Herbert und Renate Schindler u.a. dem DFK in Neustadt/OS bei ihrem w√∂chentlichen Treffen am Montag, 23.05.16 einen Freundschaftsbesuch abgestattet. Bei Kaffee und Kuchen haben sie sich mit den anwesenden Mitgliedern des √∂rtlichen DFK √ľber ihre Belange unterhalten k√∂nnen, insbesondere stand wieder im Mittelpunkt der anstehende Eichendorff-Wettbewerb, der wieder unter der Leitung von Frau Friedel Dams-Mokrska stattfinden wird. Mit dem Museumsdirektor Dr. Dominiak f√ľhrten Herbert Schindler, sowie Werner und Rosemarie Matulla ein Interview, in dem Herr Dr. Dominiak die einstigen Neust√§dter √ľber ihre Erlebnisse am Ende des Krieges bzw. die Getto-Zeit und die Zeit danach befragte. Er hat ein Buch √ľber diese Zeit in Planung und braucht daf√ľr insbesondere auch Informationen von Zeitzeugen.

Am Dienstag, den 24. Mai, besuchten mehrere Mitglieder das Seminar ‚ÄěWirtschafts- und Sozialgeschichte Oberschlesiens: aktuelle Forschungsergebnisse‚Äú an der Universit√§t Oppeln.¬†Mai 2016 (4)Mai 2016 (5)An diesem Seminar, welches unser Vereinsvorsitzender gemeinsam mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakult√§t an der Universit√§t Oppeln als Vertreter der Wests√§chsischen Hochschule in Zwickau organisierte, hielt Prof. Ralph Wrobel auch einen Vortrag zum Thema: ‚ÄěL√§ndliche Unterschichten im Oberschlesien des 18. Jahrhundert: Das Beispiel Leschnig, Kreis Neustadt/OS‚Äú. Insgesamt wurden sechs Vortr√§ge, von deutschen und polnischen Forschern gehalten. Weitere gemeinsame Projekte sind hier f√ľr 2017 geplant.

Nach Abschluss der Forschungsarbeiten in Oppeln, begaben sich am Mittwoch, dem 25. Mai, alle in Schlesien verweilenden Mitglieder der HKKNOS nach Oberglogau, wo unser Vereinsfreund und Direktor des St√§dtischen Museums in Oberglogau, Alexander Devosges-Cuber, gemeinsam mit dem zweiten Vorsitzenden der HKKNOS, Andreas Smarzly, eine Veranstaltung organsierte, an welcher der eben erst frisch gedruckte 9. Band der Landeskundlichen Schriftenreihe der HKKNOS mit dem Titel ‚ÄěDer Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26‚Äú, der √Ėffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Buchvorstellung in den originell renovierten R√§umen des uralten Stockhausturmes von Oberglogau, in denen sich neben den angereisten- und vor Ort wohnenden Mitgliedern der HKKNOS auch zahlreiche Interessierte aus nah und fern einfanden, leitete G√ľnter Hauptstock mit dem Vortrag ‚ÄěOberglogauer Juden w√§hrend der nationalsozialistischen Zeit‚Äú ein. Es handelte sich hier um die Vorstellung einer bisher kaum erforschten Thematik, die der Vortragende in einem ausf√ľhrlich recherchierten Aufsatz in seinem k√ľrzlich erschienenen Buch ‚ÄěBeitr√§ge zur Geschichte der Stadt Oberglogau IV‚Äú erstmals pr√§sentierte.

Diesem Vortrag folgte zun√§chst die Vorstellung der Historischen Kommission durch deren ersten Vorsitzenden. Prof. Dr. Ralph Wrobel pr√§sentierte dabei den Teilnehmern der Veranstaltung die √ľber 30-j√§hrige Geschichte der HKKNOS, deren Leistungen, Erfolge, Errungenschaften, die aktuellen Projekte, sowie k√ľnftigen Ziele und Vorhaben. Er rief alle an der Geschichte dieser Region Interessierten zur Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission auf. Daraufhin kam er zum eigentlichen Punkt der Veranstaltung und stellte zun√§chst die Entstehung der durch Kaiser Karl VI. befohlenen Erstellung des sog. ‚ÄěKarolinischen Katasters‚Äú vor. Er beleuchtete den Inhalt des Katasters und hob hervor, dass dieses eine einzigartige Prim√§rquelle f√ľr die Wirtschafts-, Sozial- und Familiengeschichte Schlesiens in der Zeit nach dem Drei√üigj√§hrigen Krieg darstellt. Die Besonderheit dieser Quelle ist auch die Hauptursache daf√ľr gewesen, dass zehn Mitglieder der HKKNOS √ľber zw√∂lf Jahre lang beharrlich und entschlossen an der Entzifferung, der Erstellung von geschichtlichen Einf√ľhrungen und Orts√ľbersichten, den Verzeichnissen und einem pr√§zisen Fu√ünotenapparat, arbeiteten. Das 605 Seiten starke Ergebnis eines gewaltigen Zeit- und Arbeitsaufwandes pr√§sentierte Prof. Wrobel daher auch mit einigem Stolz vor dem versammelten Publikum. Dieses Buch kann ab sofort beim Vorstand der HKKNOS zum Preis von 10 ‚ā¨ oder 40 PLN (plus Versandkosten) bestellt werden.

Mai 2016 (6)

Mai 2016 (7)Weitere Fotos zur Buchpräsentation in Oberglogau siehe hier.

Die Veranstaltungswoche der HKKNOS in Oberschlesien kr√∂nte der ‚ÄěHistorische Nachmittag‚Äú am Donnerstag, den 26. Mai 2016, in K√∂rnitz, den der zweite Vorsitzende Andreas Smarzly mit einer Schar engagierter Helfer im Namen der Historischen Kommission organisierte und durchf√ľhrte.
Nach der Begr√ľ√üung der Veranstalter und aller G√§ste in K√∂rnitz durch den Ortsvorsteher Tomala, er√∂ffneten Andreas Smarzly und Andrea Marx in der ger√§umigen Sporthalle der K√∂rnitzer Schule, in der sich weit √ľber zweihundert G√§ste und alle angereisten Mitglieder der Historischen Kommission eingefunden hatten, zun√§chst ihre gemeinsame Fotoausstellung ‚ÄěK√∂rnitz und die K√∂rnitzer in alter Fotografie‚Äú. Die Ausstellung umfasst ca. dreihundert Fotos und Ansichtskarten von K√∂rnitz aus der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre und gliedert sich in die Themen: Trachten, Familien, Kinder, Kirche & Religion, Messdiener, Hochzeiten, Erste Hl. Kommunion, Kirchenchor, Orchester, Landwirtschaft, Milit√§r, Schule, Lehrk√∂rper, Schulklassen, Schulausfl√ľge, Kindergarten, Freizeit/Feierabend, Fu√üball und Motorisierung. Ein √ľberw√§ltigendes Interesse der G√§ste an der Fotoausstellung √ľberzeugte die Ausstellungsveranstalter, die urspr√ľnglich als zeitlich befristet geplante Ausstellung nun zun√§chst ein mal f√ľr unbefristete Zeit in den R√§umen des DFK in K√∂rnitz den Interessierten weiterhin zu pr√§sentieren. Zahlreiche K√∂rnitzer f√ľhlten sich noch w√§hrend des ‚ÄěHistorischen Nachmittages‚Äú inspiriert, mit ihren privaten alten Familienfotos die Ausstellung zu bereichern und diese f√ľr ein k√ľnftig geplantes Buch mit historischen Fotografien von K√∂rnitz zur Verf√ľgung zu stellen.
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In seiner Er√∂ffnungsrede bedankte sich Andreas Smarzly an erster Stelle bei seiner Vereinskollegin Andrea Marx, aber auch bei der gesamten Historischen Kommission, dem Deutschen Freundschaftskreis K√∂rnitz mit seinem Vorsitzenden Georg Rybczyk an der Spitze und dem Schulleiter der K√∂rnitzer Schule, Herrn Ryszard ReszczyŇĄski, f√ľr die enorme Unterst√ľtzung, die alle bei der Organisation der Veranstaltung geleistet hatten. Ebenso dankte er auch den zahlreichen Sponsoren, die u.a. f√ľr die kostenlose Bewirtung der anwesenden G√§ste mit schlesischem Streuselkuchen, Kaffee und Getr√§nken gesorgt hatten.

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Daraufhin stellte Prof. Wrobel, wie bereits tags zuvor in Oberglogau, den Anwesenden die Historische Kommission vor und pr√§sentierte dem Publikum das neue Gemeinschaftswerk ‚ÄěDer Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26‚Äú. Im Anschluss an die Buchvorstellung nutzten die G√§ste rege die M√∂glichkeit zum Erwerb des neuen Buches.Mai 2016 (9)
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Andreas Smarzly informierte danach die Anwesenden √ľber den aktuellen Stand an den Arbeiten einer Chronik des Dorfes K√∂rnitz. Er stellte dabei den Interessierten die existierenden Quellen vor, die f√ľr die Beleuchtung der Vergangenheit dieses Dorfes unabdingbar sind, und die er bereits erforscht hat. Gleichzeitig zeigte er auch auf, welche Dokumente noch erforscht werden m√ľssen und welche geschichtliche Epochen aufgrund fehlender Quellen wohl niemals restlos beleuchtet werden k√∂nnen. Eindringlich bat der Sprecher die K√∂rnitzerinnen und K√∂rnitzer um Hilfe bei der Erforschung der Geschichte ihres Heimatortes. Insbesondere ersuchte er alle anwesenden Einwohner, alte Fotos, Dokumente, historische Zeugnisse, Erz√§hlungen oder Erinnerungen mit ihm zu teilen, damit er mit diesen die Dorfchronik weiter bereichern kann.

Als n√§chste Referentin trat unsere Vereinskollegin, die geb√ľrtige K√∂rnitzerin, Anna MMai 2016 (14)yszyŇĄska mit ihrem Vortrag ‚ÄěMeine doppelte Identit√§t‚Äú auf. Die durch ihre, in der oberschlesischen Mundart geschriebenen B√ľcher, in Oberschlesien dem breiten Publikum bekannte Schriftstellerin stellte den Anwesenden ihr von deutscher und polnischer Kultur beeinflusstes Leben und ihre bisherige literarische Arbeit vor.

Den letzten Vortrag des Tages hielt der Schulleiter der K√∂rnitzer Grundschule, Herr Ryszard ReszczyŇĄski. Er pr√§sentierte dabei die Ergebnisse seiner bisherigen Forschungen √ľber den ehemaligen Pfarrer von K√∂rnitz, Anton Sarnes, und dessen T√§tigkeit als Herausgeber der polnisch sprachigen katholischen Zeitschrift ‚ÄěMonika‚Äú. So √ľberraschte der Referent die Zuh√∂rer u.a. mit seiner Ablehnung der bisherigen Feststellungen polnischer Historiker, Pfarrer Sarnes sei ein Vork√§mpfer des Polentums in Oberschlesien gewesen, als er Zeugnisse pr√§sentierte, die die unersch√ľtterliche Treue des Kirchenmannes zu Deutschland und zum deutschen Kaiserhaus unterstrichen. Mit der Vorstellung der T√§tigkeit und des Lebenslaufes des Geistlichen vervollst√§ndigte ReszczyŇĄski wesentlich den bisherigen Forschungsstand √ľber die K√∂rnitzer Pfarrei und die hier t√§tigen Geistlichen im ausgehenden 19. Jahrhundert.Mai 2016 (12)

Zur Auflockerung der Atmosphäre trat zwischen den Vorträgen die Gesangsgruppe des Deutschen Freundschaftskreises in Körnitz auf. Mit Volksliedern in deutscher, polnischer und oberschlesischer Sprache verbreiteten die Damen um den auf einer Harmonika musizierenden Heinrich Kamrad unter den Gästen sehr viel gute Laune.Mai 2016 (13)

Nicht nur unter den Bewohner von K√∂rnitz und der Umgebung fand der ‚ÄěHistorische Nachmittag‚Äú gro√ües Interesse, auch die lokale Presse (‚ÄěTygodnik Krapkowicki‚Äú, ‚ÄěNowiny Krapkowickie‚Äú, ‚ÄěTygodnik Prudnicki‚Äú), die ihre Reporter zu der durchweg zweisprachig durchgef√ľhrten Veranstaltung entsandte, berichtete √ľber diese im Nachhinein sehr positiv und teilweise auch sehr ausf√ľhrlich:

Nowiny Krapkowickie 31.05.2016

Nowiny Krapkowickie 31.05.2016b

Tygodnik Krapkowicki

Tygodnik Prudnicki

Zycie Glogowka

Aus der Sicht des vollz√§hlig an der Veranstaltungswoche teilnehmenden Vorstandes der Historischen Kommission und der mitgereisten sowie ortsans√§ssigen Mitglieder war diese Tour ein vollst√§ndiger Erfolg. Die Unmengen an neuen Dokumenten, Materialien und Daten aus dem Staatsarchiv werden wieder einen weiteren Grundstock f√ľr zahlreiche neue Forschungen und Publikationen der Mitglieder oder im Rahmen der landeskundlichen Schriftenreihe bilden. Die zahlreich besuchten Veranstaltungen an der Universit√§t in Oppeln, in Oberglogau und in K√∂rnitz hingegen machten unseren Verein in Schlesien noch bekannter, erregten gro√ües Interesse an unserer Arbeit (insbesondere an unserer neuesten Publikation ‚ÄěDer Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26‚Äú) und verschafften uns zugleich viele neue interessante Kontakte, Freunde und sogar einige neue Mitglieder.

Andreas Smarzly

Neue Buchpublikation: Der Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26

Der Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26

Mit dem nun schon 9. Band ihrer Landeskundlichen Schriftenreihe legt die KKHistorische Kommission nun die Ergebnisse einer √ľber 12 Jahre andauernden Forschungs- und Entzifferungsarbeit vor: die steuerlichen Aufzeichnungen √ľber den gesamten b√§uerlichen Besitz in den D√∂rfern des alten Kreises Oberglogau von Psychod im Norden bis Sch√∂nau im S√ľden, von Olbersdorf im Westen bis Walzen im Osten. Das Steuerkataster, dessen Originalb√§nde im Staatsarchiv Breslau vorliegen, wurde von Kaiser Karl VI. in Auftrag gegeben und in den Jahren 1722 bis 1726 von lokalen Kommissionen aufgezeichnet. Es enth√§lt f√ľr alle Bauern und G√§rtner den Vieh- und Landbesitz in detaillierter Beschreibung, Informationen √ľber die √∂rtlichen M√ľhlen und W√§lder, den Bier- und Schnapsausschank u.v.m. Damit bietet das Buch f√ľr den interessierten Leser eine Vielzahl von Informationen ‚Äď entweder zur eigenen Familiengeschichte oder zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der gesamten Region.

Das Buch ist zweisprachig gestaltet, d.h. es besteht aus einer deutschen und einer polnischen historischen Einf√ľhrung, dem deutschen Originaltext des Katasters in komprimierter Form sowie einer Ortsnamenkonkordanz. Hinzu kommt ein Verzeichnis der Nachnamen, welches das Auffinden einzelner Familien im Buch stark erleichtert.

Das Buch kann zum Preis von 10,00 Euro plus Porto und Verpackung bestellt werden beim Vorstand: ralph.wrobel@hkknos.de oder andreas.smarzly@hkknos.de

 

Link (deutschsprachig):
Schlesische Steuerkataster des fr√ľhen 18. Jahrhunderts entdeckt!

 

Veranstaltungen im Mai 2016 in Oberschlesien

Wir laden Sie herzlich ein zu den Veranstaltungen der HKKNOS im Mai 2016 in Oberschlesien:

24.05.2016 in Oppeln: Seminar ‚ÄěWirtschafts- und Sozialgeschichte Oberschlesiens: aktuelle Forschungsergebnisse‚Äú

25.05.2016 in Oberglogau: Vorstellung des 9. Bandes der Landeskundlichen Schriftenreihe der HKKNOS: ‚ÄěDer Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26‚Äú

26.05.2016 in K√∂rnitz: “Historischer Nachmittag‚ÄĚ mit¬†geschichtlichen Vortr√§gen und einer Ausstellung ‚ÄěK√∂rnitz und die K√∂rnitzer in alter Fotografie‚Äú

Lesen Sie mehr im aktuellen “Historischen Rundbrief”: Rundbrief 2016-2

Geschichtliches Seminar und Jahreshauptversammlung der HKKNOS am 05/06. März 2016

Am 5.-6. M√§rz 2016 f√ľhrte die HKKNOS ein geschichtliches Seminar und ihre j√§hrliche Hauptversammlung im gro√üen Sitzungssaal des Restaurants ‚ÄěGoldener L√∂we‚Äú in Northeim durch.¬†¬†

Bericht 05-06.03.2016 dt

HKKNOS 05.06.03.2016 (Foto C by Paul Dittrich)
Erinnerungsfoto

Es wurden folgende Vorträge gehalten:

– ‚ÄěL√§ndliche Unterschichten in Oberschlesien im 18. Jahrhundert: Das Beispiel Leschnig, Kreis Neustadt/OS‚Äú (Prof. Dr. Ralph Wrobel)

‚ÄěDie nordwestdeutsche Industriestadt Delmenhorst als Ziel oberschlesischer Arbeitswanderung aus dem KreisNeustadt am Ende des 19. Jahrhunderts‚Äú (PD Dr. Michael Hirschfeld)

‚ÄěPrńÖdnik, historischer Name von Neustadt? ‚Äď Herkunft der W√∂rter ‚ÄöPrudnik‚Äė – historische und sprachliche Aspekte‚Äú (Dr. Joachim Himanek)

‚ÄěDie Anf√§nge der Stadt Neustadt und Genese des Namens ‚ÄěPrudnik‚Äú im Licht neuester Untersuchungen‚Äú (Dr. Wojciech Dominiak)

Bericht 05-06.03.2016 dt

 

 

30-jähriges Jubiläum in Northeim

Zum 30-j√§hrigen Jubil√§um der Historischen Kommission f√ľr den Kreis Neustadt/OS luden die Paten- und Partnerstadt Neustadts, Northeim (Han.), und der Vorstand Mitglieder und G√§ste zur Jubil√§umsfeier am 7. und 8. M√§rz 2015 an den Gr√ľndungsort ein. In Northeim war am 12./13. April 1985 die Historische Kommission (HKKNOS) durch Horst Zobel und einige weitere an der Geschichte des Kreises Neustadt/OS Interessierte gegr√ľndet worden.


Die Feierlichkeiten wurden am Samstag, den 7. M√§rz, im B√ľrgersaal im St. Blasien-Komplex er√∂ffnet. Der B√ľrgermeister von Northeim, Hans-Erich Tannh√§user, begr√ľ√üte alle Anwesenden sehr herzlich und gratulierte der HKKNOS zum 30-j√§hrigen Bestehen, ebenso zu langer wissenschaftlicher T√§tigkeit und ihrem erfolgreichen Beitrag zur Vers√∂hnung zwischen Deutschland und Polen. Er sicherte der HKKNOS zu, in Northeim auch k√ľnftig immer eine Heimat zu finden, umriss die Geschichte der Neust√§dter Heimatstube und schilderte den derzeitigen Stand des Umzugs der Neust√§dter Heimatstube ins St√§dtische Museum von Northeim.
Auch der B√ľrgermeister von Neustadt/OS (poln. Prudnik) Franciszek Fejdych und der stellvertretende Landrat des Kreises Neustadt Krzysztof Barwieniec sprachen der HKKNOS ihre Geburtstagsgl√ľckw√ľnsche aus. B√ľrgermeister Fejdych w√ľrdigte den sensiblen aber stets wahrheitsgetreuen Umgang der HKKNOS mit der Geschichte der gemeinsamen Heimat mit den Worten:

‚ÄěIn den vergangenen 30 Jahren hat sich die Historische Kommission mit sehr schwierigen Themen befasst, mit Themen, die dazu geeignet sind, die Menschen eher zu trennen als zu einen. Bei Ihnen wurde es anders: Sie haben eine Verst√§ndigungsebene geschaffen, bei der das Gespr√§ch zu schwierigen Themen stets mit einer geb√ľhrenden Achtung vor denen geschah, die es betraf.‚Äú

Auch der Vizelandrat Barwieniec betonte die Wichtigkeit einer unverf√§rbten und gleichzeitig einf√ľhlsamen Aufarbeitung der Geschichte des Kreises durch die HKKNOS. Er √ľberbrachte Gr√ľ√üe des Landrats Roszkowski, der seine Anwesenheit in letzter Minute aus dringenden Gr√ľnden leider absagen musste, und stellte die durch den Landrat initiierte Towarzystwo Historyczne Ziemi Prudnickiej (Historische Gesellschaft des Neust√§dter Landes) vor, die im Entstehen begriffen ist und k√ľnftig mit der HKKNOS aufs engste kooperieren m√∂chte.
Daraufhin begr√ľ√üte der erste Vorsitzende der HKKNOS, Prof. Dr. Ralph Wrobel, alle Anwesenden und stellte den Werdegang, die bisherigen Errungenschaften, die aktuellen vielseitigen T√§tigkeitsfelder und die k√ľnftigen Perspektiven der Kommission vor. Aufgrund der Anwesenheit der G√§ste aus Polen – au√üer dem B√ľrgermeister von Neustadt und dem Vizelandrat waren auch der zweite B√ľrgermeister von Neustadt, StanisŇāaw Hawron, sowie die Vorstandsmitglieder des Towarzystwo Historyczne Ziemi Prudnickiej, Frau Urszula Rzepiela und Herr Marcin Husak anwesend – wurde die gesamte Veranstaltung mit Hilfe von engagierten Dolmetschern zweisprachig gef√ľhrt.
Einen H√∂hepunkt der Festveranstaltung bildete der Vortrag des bekannten Schlesien-Historikers, Herrn Dr. Ulrich Schmilewski, Gesch√§ftsf√ľhrer der Stiftung Kulturwerk Schlesien, erster stellvertretender Vorsitzender der Historischen Kommission f√ľr Schlesien und Schatzmeister des Vereins f√ľr Geschichte Schlesiens. Dr. Schmilewski pr√§sentierte mit dem h√∂chst spannenden Vortrag ‚ÄěDer schlesische Adel und die Gegenreformation am Beispiel der Schaffgotsch und der Oppersdorff‚Äú ein in der Schlesienforschung brandaktuelles Thema, das durch die Besch√§ftigung mit dem Adelsgeschlecht derer von Oppersdorff auch die Geschichte des Kreises Neustadt direkt ber√ľhrt. Neben der interessanten Thematik erfreute Dr. Schmilewski die Zuh√∂rer auch mit der Mitteilung, dass er bei der Erstellung seines Vortrages h√§ufig auf Arbeiten von Mitgliedern der HKKNOS zugegriffen habe.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen, wurde im gro√üen Tagungssaal der Restaurants ‚ÄěGoldener L√∂we‚Äú der zweite Teil der Festveranstaltung begonnen. Die Vorstandsmitglieder des Towarzystwo Historyczne Ziemi Prudnickiej, Frau Urszula Rzepiela und Herr Marcin Husak hielten gemeinsam den Vortrag ‚ÄěWilla Hermanna Fr√§nkla – fabrykanta, dyplomaty, filantropa‚Äú (Villa des Fabrikanten, Diplomaten und Wohlt√§ters Hermann Fr√§nkel). W√§hrend der Mitarbeiter des St√§dtischen Museums in Neustadt und Neumitglied der HKKNOS Husak sich mit der Person des Erbauers besch√§ftigte, l√ľftete die ehemalige Direktorin des St√§dtischen Museums in Neustadt Rzepiela vor den Zuh√∂rern die geheimnisvolle Architektur der k√ľrzlich komplett renovierten Villa in Neustadt. Den offiziellen Abschluss der Festveranstaltung bildete der historische Vortrag von Prof. Wrobel ‚ÄěDie Paulinerm√∂nche im Kloster Wiese – Auf den Spuren von Xaver Rotter durch das Internet‚Äú. Dabei pr√§sentierte der Referent M√∂glichkeiten zur Auffindung interessanter Quellen im Internet und das durch systematisches Kopieren √ľber Jahrhunderte und Sprachgrenzen hinweg erfolgte unkritische Plagiieren bei der Erstellung von historischen Darstellungen. Nach einem gemeinsamen Abendessen f√ľhrten die Mitglieder und G√§ste in gem√ľtlicher Atmosph√§re angeregte und spannende Gespr√§che bis weit in die Nacht hinein.

Am darauf folgenden Sonntag besuchten die Mitglieder der HKKNOS gemeinsam mit den polnischen G√§sten die neueingerichtete Neust√§dter Heimatstube im St√§dtischen Museum von Northeim. Daraufhin verabschiedeten sich die G√§ste aus Polen, und die Mitglieder der HKKNOS schritten zur Jahreshauptversammlung des Vereins, die ebenfalls im gro√üen Tagungssaal im ‚ÄěGoldenen L√∂wen‚Äú stattfand. Nachdem der erste Vorsitzende Prof. Wrobel die Beschlussf√§higkeit festgestellt hat, berichtete er √ľber die aktuell laufenden T√§tigkeiten und Projekte des Vereins. So wird derzeit an einer Erneuerung der Interseite der HKKNOS gearbeitet, die insbesondere zeitgem√§√ü und zweisprachig, bzw. k√ľnftig eventuell sogar dreisprachig (dt./pl./engl.) erscheinen soll. Vor allem die in letzter Zeit der HKKNOS beigetretenen jungen Mitglieder konnten mit zahlreichen Vorschl√§gen und Ideen die Diskussion zu diesem Thema bereichern. Es wurde der Vorschlag des Webmasters Christian Sarnes angenommen, mit dem System WordPress die Homepage in n√§chster Zeit neu aufzubauen. Weiterhin berichtete Prof. Wrobel √ľber den aktuellen Stand der Planungen zur Jubil√§umsfahrt ‚ÄěVon Krakau nach Neustadt/OS: Studienfahrt durch Kleinpolen und Oberschlesien‚Äú, die von 30.08. bis 06.09.2015 stattfinden wird. Obwohl der Gro√üteil der Pl√§tze hier bereits belegt ist, k√∂nnen ein paar Interessierte gerne noch aufgenommen werden. Zum Schluss stellte der erste Vorsitzende sein neues Buch ‚ÄěGeschichte der D√∂rfer Deutsch und Polnisch M√ľllmen‚Äú vor, das er gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Globisch k√ľrzlich publizierte, das jedoch inzwischen vollst√§ndig vergriffen ist. Eine verbesserte Neuauflage soll demn√§chst erfolgen.
Der zweite Vorsitzende, Andreas Smarzly, bat die Mitglieder, mit denen der Schriftverkehr noch per Post erfolgt, die aber bereits √ľber eine E-Mail-Adresse verf√ľgen, diese dem Vorstand mitzuteilen, um den k√ľnftigen Informationsaustausch zu erleichtern. Zudem berichtete er √ľber die Vortragsreise nach Oberschlesien vom 15. bis 19. Juni 2014 (siehe Bericht im Historischen Rundbrief 01/2015). In diesem Zusammenhang stellte er hier sein Buch ‚ÄěBlaschewitz (Kreis Neustadt OS) – Geschichte eines oberschlesischen Dorfes‚Äú vor, das als 8. Band im Rahmen der Landeskundlichen Schriftenreihe der HKKNOS im Jahre 2014 zweisprachig erschienen ist. Auch dieses Buch ist bis auf vereinzelte Restposten weitestgehend ausverkauft, eine Neuauflage ist hier nicht geplant. Andreas Smarzly berichtete zudem √ľber private Digitalisierungsprojekte einiger Mitglieder der HKKNOS von wichtigen Quellen zur Geschichte des Kreises Neustadt. So entstanden k√ľrzlich DVDs mit digitalisierten Ausgaben der Neust√§dter Heimatbriefe 1950-2014, des Oberglogauer Stadtblattes 1905-1939, der Oberglogauer Zeitung 1845/47 und der Neust√§dter Kreisbl√§tter 1843-1938, die √ľber die HKKNOS bezogen werden k√∂nnen. In diesem Zusammenhang pr√§sentierte Sebastian K√∂nig die erst k√ľrzlich durch ihn fertiggestellte Digitalisierung der Neust√§dter Heimatbriefe 1950-2014 und die einfachen Auswertungsm√∂glichkeiten dieser wertvollen Quelle. K√∂nig wies darauf hin, dass aufgrund der Vorgabe von Frau L√ľddecke und des Rocco-Verlages, welche die Rechte an den Neust√§dter Heimatbriefen besitzen, eine Nutzung der Digitalisierung ausschlie√ülich f√ľr wissenschaftliche Forschung durch Mitglieder der HKKNOS freigegeben ist.
Zu den laufenden Projekten berichtete Prof. Wrobel √ľber den Stand zu den Arbeiten am gemeinsamen Werk der HKKNOS ‚ÄěDer Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26‚Äú. So sind inzwischen auch das Vorwort, die wissenschaftliche Einf√ľhrung und die Geschichtliche Einf√ľhrung fertiggestellt und ins Polnische √ľbersetzt worden. Sofern die redaktionellen Arbeiten an den Transkriptionen der einzelnen D√∂rfer rechtzeitig fertig gestellt werden, k√∂nnen die Abgabe des Werkes an den Verlag und der darauffolgende Druck und die Ver√∂ffentlichung eventuell noch im Herbst dieses Jahres erfolgen. Zum Schluss berichtete Johannes Preisner √ľber Fortschritte an seinem zweisprachigen Buch ‚ÄěDie Vertreibung der Deutschen aus dem Kreis Neustadt/OS‚Äú, das ebenfalls im Rahmen der Landeskundlichen Schriftenreihe der HKKNOS herausgegeben werden soll.
Die j√§hrliche Kassenpr√ľfung wurde auf Antrag der Schatzmeisterin Rosemarie Matulla, die l√§ngere Zeit krankheitsbedingt ausgefallen war, auf das n√§chste Jahr verlegt. Frau Matulla gab einen kurzen Bericht √ľber den aktuellen finanziellen Stand des Vereins ab.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde die Jahreshauptversammlung beendet und die Teilnehmer konnten in der Sonne den ersten warmen Fr√ľhlingstag des Jahres genie√üen.

Andreas Smarzly
www.hkknos.de

Veröffentlichung in:
NHB
Historischer Rundbrief HKKNOS
Schlesien Heute (gek√ľrzt)
Northeimer Zeitung (gek√ľrzt)
Tygodnik Prudnicki (√ľbersetzt)
Zycie Glogowka (√ľbersetzt)

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