Oberglogau

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1213/17: In einer Urkunde des Bischofs Lorenz von Breslau wird das Dorf „Glogaw“ erwähnt. Es könnte sich hier auch um das nahegelegene Dorf Glöglichen handeln.

1223: Erstmalige Erwähnung von Glogovia parva, minor oder superior –Klein-, Weniger oder Ober-Glogau.

1246-1281: Oberglogau zweite Residenzstadt des Herzogs Ladislaus I. von Oppeln.

um 1250: Herzog Ladislaus I. ersetzt eine ältere Vogtsburg im Erlenwäldchen durch ein festes Schloss.

1264: Herzog Ladislaus I. erbaut das Minoritenkloster und eine Klosterkirche (Franziskanerkloster) und holt 3 Minoriten (Franziskanermönche) aus Böhmen nach Oberglogau. Das Kloster existiert mit Unterbrechungen bis 1810. 1945 wir es erneut mit polnischen Franziskanermönchen eingerichtet.

1275: Verleihung des Marktrechts an Oberglogau am Georgitage (23.04.) durch Herzog Ladislaus I. von Oppeln.

1275 (21.12.): Verleihung des Stadtrechts durch Herzog Ladislaus I. Oberglogau darf einen Stadtrat mit 12 Ratsmännern bilden, Gesetze erlassen und Recht sprechen (Die Urkunde selbst ist eine Fälschung).

1281-1313: Oberglogau zweite Residenzstadt des Herzogs Bolko I. von Oppeln.

1284: Erste Erwähnung der oberglogauer Pfarrei.

1291: Nachdem Herzog Bolko I. von Oppeln für sein Herzogtum dem König von Böhmen Wenzel von Luxemburg den Lehenseid leistet, befindet sich Oberglogau als Teil des Herzogtums Oppeln im Königreich Böhmen und mittelbar im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

1295: Erster bekannter Erbvogt von Oberglogau Konrad und später (1311) seine Söhne, die Vögte Arnold, Peter und Konrad werden erwähnt.

1298 (02.02.): Das erste urkundlich erwähnte Siegel von Oberglogau.

1313-1382: Oberglogau im Besitz der Herzöge von Falkenberg (Bolko 1313-1362, Wenzel 1362-1369, Heinrich 1369-1382).

1348-1350: Pest befällt die Stadt.

1350: Erbauung der Pfarrkirche durch Herzog Bolko von Falkenberg. Eine Pfarrschule mit einem Rektor und einem Kantor wird zum erstem mal erwähnt.

1359 (19.08.): Herzog Bolko von Falkenberg verleiht der Stadt das Privileg eine Gewerbesteuer (jährlicher Zins) von den am Ring handelnden Kaufleuten einzuziehen.

1379 (24.02.): Herzog Heinrich von Falkenberg erhebt die Pfarrkirche zum hl. Bartholomäus zum Kollegiatstift mit 4 Prälaten. Neben dem Dom wird die Domschule erbaut. Sie steht unter Aufsicht des Prälat-Scholastikus.

1379: Erste Erwähnung des Wassertores („das neue Tor“).

ab 1382: Nach dem Tod des Herzogs Heinrich von Falkenberg schenkt König Wenzel IV. von Böhmen die Stadt Oberglogau dem Herzog Primko von Teschen, wenige Monate später fällt Oberglogau jedoch an das Herzogtum Oppeln.

1384 (28.04.): Oberglogau tritt dem, vom Herzog Laidslaus II. von Oppeln in Neustadt/OS gegründeten Städtebund von 21 oberschlesischen und wielunischen Städten, zu Schutz gegen Räuber- und Diebesbanden, bei.

1386: Herzog Ladislaus II. von Oppeln (1356-1401) schenkt der Stadt die Dörfer Hinterdorf und Weingasse.

1388 (20.01.): Herzog Ladislaus II. von Oppeln stiftet in Oberglogau das Kloster Pauliner-Wiese, unweit vor den Toren der Stadt.

1401-1437: Herzog Bolko IV. von Oppeln. Oberglogau bleibt bis ca. 1418 Witwensitz der Herzogin Euphemia von Oppeln, Witwe nach Herzog Ladislaus II.

um 1416/17: In Oberglogau wirkt der Mönch und Literat Nikolaus von Cosel.

1425: Prinz Bolko (1437-1460 Herzog Bolko V. von Oppeln) erhält die Stadt mit Umland.

1428 (13.03.): Trotz eines Bündnisses mit dem Prinzen Bolko (V.) von Oppeln plündern Hussiten die Stadt, brennen die Minoritenkirche sowie das Minoritenkloster nieder und erschlagen einen Mönch. Es gibt Hinweise, dass gar die ganze Stadt eingeäschert wurde. Der hussitenfreundliche Prinz Bolko (V.) vertreibt die restlichen Mönche aus Oberglogau und löst auch das Kollegiatstift auf.

1449: Nach seiner Vertreibung aus Polen findet der hussitisch gesinnte Kanonikus und Magister der Universität Krakau, Jedrzei Galka z Dobczyna Asyl in Oberglogau.

1460-1476: Oberglogau unter Herzog Nikolaus I. von Oppeln.

1463: Herzog Nikolaus I. errichtet neu das von seinem Bruder Bolko V. 35 Jahre zuvor usurpierte Kollegiatstift.

1476-1532: Herzöge Nikolaus II. (+1494) und Johann (+1532) regieren gemeinsam das Herzogtum Oppeln und somit auch Oberglogau.

1478: Ein schrecklicher Brand legt die ganze Stadt in Asche.

1480: Erbauung des Presbyteriums der Klosterkirche „Franz von Assisi“.

1497: Wütet in Oberglogau eine pestartige Krankheit die einen Großteil der Einwohner hinwegrafft.

1524: Die Reformation hält in Oberglogau Einzug.

1531: Erste Erwähnung des Hospitals zum hl. Nikolaus in der Wasservorstadt, in dem betagte und arbeitsunfähige Menschen aufgenommen werden. (Der Vorläufer, das „Haus zum Heiligen Grabe“ wird in Oberglogau bereits 1264 erwähnt).

1532: Nach dem Tod des letzten Herzogs von Oppeln Johann fällt das Herzogtum samt der Stadt Oberglogau als erledigtes Lehen an die böhmische Krone.

Oberglogau 1536
Oberglogau 1536

1532-1543: Der König von Böhmen und Kaiser des Heiligen Römisch-Deutschen Reiches Ferdinand I. von Habsburg verpfändet das Herzogtum Oppeln an Georg von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach, Herr von Jägerndorf und Burggraf von Nürnberg.

1534: Erste Erwähnung des Coseler-Tores (im Urbarium).

1548-1572: Der reformatorische Priester Martin Saita verdrängt die katholischen Prälaten Dechanten aus Oberglogau und zieht einen Großteil der hiesigen Bevölkerung auf die evangelischen Seite.

1552: Ferdinand I. von Habsburg König von Böhmen und Kaiser des Reiches bewilligt der Stadt einen Jahrmarkt nach dem Sonntag Judica.

1552-1558: König und Kaiser Ferdinand I. von Habsburg verpfändet das Fürstentum Oppeln mit Oberglogau an Königin Isabella von Ungarn.

1558-1562: König und Kaiser Ferdinand I. von Habsburg verpfändet Oberglogau an Otto von Zedlitz.

1562: König und Kaiser Ferdinand I. von Habsburg verpfändet Oberglogau an Feldmarschall und Landeshauptmann von Schlesien Hans von Oppersdorff, Freiherr von Aich und Friedstein.

1563: König und Kaiser Ferdinand I. von Habsburg ordnet an, dass die Juden die Stadt Oberglogau zu verlassen haben.

1565: Freiherr Hans von Oppersdorff errichtet an Stelle der alten herzoglichen Burg eine neues Schloss.

1566: Die Schlossbrauerei wird in Betrieb genommen.

1582 (16.04.): Ein großer Brand vernichtet Teile der Stadt.

1587: König von Böhmen und Kaiser des Reiches Rudolf II. erteilt der Stadt Oberglogau das Privileg mit rotem Wachs zu siegeln.

1589: Erste schriftliche Erwähnung des Stockhausturmes (Gefängnisturmes) in der näher des Schlosstores an der Stadtmauer.

1593: Freiherr Georg von Oppersdorff kauft vom Kaiser die Herrschaft Oberglogau mit der dazugehörigen Stadt Oberglogau und 24 Dörfern, Vorwerken, Mühlen, Teichen, Wäldern und Fischereien.

1597: Es wird zum ersten Mal die Wasserkunst, welche die Stadt mit Wasser (bis 1910) versorgte, erwähnt.

1599: Neuerbauung der Kirche „Hl. Nikolaus“ und des Hospitals.

1603: Im Rahmen der im Niedergang begriffenen katholischen Domschule werden eine böhmische Volksschule und eine lateinische Schule eingerichtet.

1606: Erbauung eines hölzernen evangelischen Bethauses auf dem Rossmarkt.

1607: Erbauung einer evangelischen Schule in Oberglogau.

1608: Neubau des Rathausgebäudes in heute noch vorhandenen Form (das älteste Rathausgebäude wird bereits 1359 erwähnt).

1612: Es wird zum erstem Mal die oberglogauer Schützengilde erwähnt.

ab 1614: Erste ernsthafte Auseinandersetzungen der oberglogauer Protestanten mit dem katholischen Herrn von Oberglogau, Freiherrn Rudolph von Oppersdorff.

1615: Wird eine evangelische Mädchenschule errichtet.

1615: Wird das Kirchlein zum hl. Kreuz auf dem Friedhof im Vorort Wasservorstadt erwähnt.

1617: Die Evangelischen erbauen eine größere Kirche mit Pfarrhaus.

1617-1651: Unter dem Freiherrn, seit 1626 Reichsgrafen Johann Georg von Oppersdorff wird der evangelische Glaube aus Oberglogau vollständig zurückgedrängt.

1626: Es werden auf Befehl von Johann Georg von Oppersdorff das evangelische Bethaus sowie die evangelische Schule niedergerissen.

1627: Brand im 30-jährigem Krieg – ein polnisches Regiment plündert und legt Feuer in der Stadt.

1628: Es treten die letzten oberglogauer Protestanten zum katholischen Glauben über (08.12. Ende des Religionskrieges in Oberglogau und Bewilligung des Gelöbnisprozession durch den Kaiser am 09.04.). Neue Franziskaner-Mönche kommen wieder nach Oberglogau.

1629: Es wird die katholische Domschule mit drei Lehrern neuerrichtet.

1629: Reichsgraf Johann Georg errichtet an der Nordseite des Minoritenklosters die Lorettokapelle.

1632: Brand im 30-jährigem Krieg – abziehendes sächsisches Heer richten aus Unvorsichtigkeit Feuer an.

1633 (25.03.): Brand im 30-jährigen Krieg – der Kutscher des sächsischen Obersten Droste richtet aus Unvorsichtigkeit Feuer an, 2/3 der Stadt fallen den Flammen zum Opfer.

1634: Reichsgraf Johann Georg errichtet das heilige Grab im Schlossvorhof.

1638: Reichsgraf Johann Georg errichtet die Lehmbergkirchel.

1641: Reichsgraf Johann Georg schenkt der Stadt Oberglogau die Reliquie der hl. Candida (seit 1641 Patronin der Stadt).

1642 (20.02.): Reichsgraf Johann Georg von Oppersdorff stiftet das Majorat Oberglogau.

1642/43: Oberglogau mit den Ortsteilen Hinterdorf und Weingasse werden mehrmals von schwedischen Söldnerheeren geplündert.

1645-1668 (30.05.): Fürstentum Oppeln mit Oberglogau vom Kaiser Ferdinand III. für 50 Jahre an König Wladyslaw IV. von Polen verpfändet. Nach der Abdankung seines Sohnes Jan Kazimierz erlöscht diese Pfandschaft.

1645 (05.10.): Königsmarcksche Kompanien plündern die Stadt.

1645-1647: Neubau des oberglogauer Schlosses in der heute noch bekannten Form.

Herbst 1645: Eine Pestepidemie rafft 1/3 der oberglogauer Bürger (500 Personen in der Stadt um Umland) dahin, Reichsgraf Johann Georg stiftet daraufhin (1650) das spätere Wahrzeichen der oberglogauer Bewohner, die sog. „Acht-Uhr-Glocke“.

1649: Turmbauerhöhung an der Klosterkirche.

1655 (17.10.-18.12.): Es versteckt sich der polnische König Jan Kazimierz Wasa mit seiner Gemahlin Maria Ludowika Gonzaga vor den Heeren des schwedischen Königs Karl X. Gustav Wasa auf dem Schloss der Reichsgrafen von Oppersdorff in Oberglogau. Die Königin verbleibt in Oberglogau bis September 1656.

1665 (18.07.): Reichsgraf Franz Eusebius von Oppersdorff erwirkt beim König von Böhmen und Kaiser des Reiches Leopold I. für die Stadt das Privileg zur Abhaltung eines Lukasmarktes.

1666: Es tagt hier der schlesische Fürstentag.

1677: Auf der Nordseite des Ringes wird eine Mariensäule aufgestellt.
1693 (Anfang September): Oberglogau (wie ganz Schlesien) wird von einer Heuschreckenplage heimgesucht.

1697 (21.05.): Ein Blitz zerstört die Kirchtürme de Pfarrkirche. Diese werden erst 1775-81 neuerbaut und die Pfarrkirche gründlich renoviert.

1714: Nach dem Tod des kinderlosen Reichsgrafen Franz Eusebius II. von Oppersdorff fällt die Herrschaft Oberglogau an die mährische Seitenlinie der Familie (bis 1781).

1726: Erste Erwähnung einer Poststation in Oberglogau (eine Briefsammelstelle und ein reitender Briefbote) mit Verbindung nach Neustadt und nach Cosel.

Oberglogau 1740
Oberglogau 1740

1741: Durch Eroberung fallen die größten Teile beider Schlesien mitsamt der Stadt Oberglogau an das Königreich Preußen. Die drei Schlesischen Kriege kosten die Stadt rund 100.000 Taler.

1741: Nach Zusammenschluss der drei Kreise Oberglogau, Neustadt und Zülz wird Oberglogau Kreishauptstadt. Hierhin wird auch das Kreisgericht für 4 südoberschlesische Kreise sowie die Verwaltung der Steuerkasse verlegt.

1763: Nach dem Ende des dritten Schlesischen Krieges wirtschaftlicher und baulicher Aufschwung in der Stadt. Die Weiße Kapelle (1762) und das Lehmbergkirchel (1779) werden erbaut bzw. neuerbaut und das alte Rathaus (1775) großzügig ausgebaut.

1764 (05.10.): Große Feuerkatastrophe, es brennen 204 Häuser ab (Schaden 80.000 Taler). König Friedrich II. von Preußen hilft der Stadt mit einer Schenkung von 17.392 Reichstalern aus.

1773: Reichsgraf Heinrich Ferdinand von Oppersdorff erbaut neu das Hospital zum hl. Nikolaus nebst Hospitalkirche.

1774-1780: Der mährische Bildhauer Johann Schubert wirkt in der Stadt (Fresken an der Pfarrkirche, Klosterkirche, Schlosskapelle, Lehmbergkirchel, Figuren St. Florian und St. Johannes Nepomuk auf den Südgiebel des Rathauses).

1775: Inbetriebnahme der ersten Ziegelei in Oberglogau.

1776-1781: Der berühmte Maler Franz Sebastini wirkt in Oberglogau.

1780: Auf Bemühung der Gräfin Josepha von Oppersdorff Aufhebung des 40 Jahre alten Verbotes der Lehmbergprozession der Katholiken.

1781: Es lassen sich die ersten vier Protestanten seit 1628 in der Stadt nieder.

1781: Nach dem Tod des kinderlosen Reichsgrafen Heinrich Ferdinand von Oppersdorff fällt die Herrschaft Oberglogau an die böhmische Seitenlinie der Familie von Oppersdorff.

1784 (April bis Juni): Schwere Raupenplage in Oberglogau und Umland.

Oberglogau 1786
Oberglogau 1786

1789 (06.12.): Geburt des berühmten Sohnes der Stadt, des späteren europaweit bekannten Flötisten Johann Sedlatzek (+1866). Der spätere Ehrendoktor unternimmt Konzertreisen in Städte wie Prag, Wien, Berlin, Paris oder Verona. In Genua kommt er mit Paganini zusammen.

1791 (13.06.): Ein Hagelsturm vernichtet die Ernte und schlägt sämtliche an der Wetterseite gelegenen Fenster der Stadthäuser ein.

1800: Ein Windsturm bringt der Stadt schwere Zerstörungen.

1800 (03.06.): Ein Hagelsturm erschlägt das Vieh auf den Feldern und vernichtet das Getreide.

1803: Es wird in Oberglogau ein Lehrerseminar (Königlich Katholischen Schullehrer-Seminar) eingerichtet.

1805: Eine heftige Teuerung der Nahrungsmittel führt zu einer Hungerkatastrophe in der Stadt und dem Umland. Hungerbedingte Epidemien brechen aus.

1806: Ludwig van Beethoven verweilt im Schloss von Oberglogau und widmet dem Reichsgrafen Franz Joachim von Oppersdorff die weltberühmt gewordene 4. Symphonie in B-dur Op. 60.

1807 (04.05.): Es bricht im Koseltorviertel Feuer aus, mehrere Straßenzüge sowie zwei Vorwerke werden in Asche gelegt.

1807 (31.07.): Während der napoleonischen Kriege rücken feindliche bayerische Truppen in die Stadt ein und halten sie kurze Zeit besetzt. Später lagern feindliche württembergische, polnische, italienische und französische Truppen in der Stadt. Die letzten Truppen verlassen am 20.11.1808 die Stadt. Diese Kriegsperiode kostet die Stadt knapp 44.000 Taler.

1810: Nach der Auflösung des Minoritenklosters wird das in Oberglogau 1803 eingerichtete Lehrerseminar in die Gebäude des Klosters verlegt.

1812-1815: Während der Befreiungskriege ziehen 86 oberglogauer Landwehrmänner in den Krieg gegen Frankreich. Vier erwerben sich das eiserne Kreuz, zwei fallen auf dem Schlachtfeld.

1817: Neben großer Teuerung von Nahrungsmitteln bringt ein am 14.07. ausgebrochenes Feuer der Stadt großen Schaden (37.780 Taler). König Friedrich Wilhelm III. hilft den Bürgern mit einer Schenkung über 9.500 Talern aus.

1818: Die Kreisverwaltung wird von Oberglogau nach Neustadt verlegt.

1819-1894: Es garnisoniert in Oberglogau eine Schwadron des 2. Schlesischen Husaren-Regiments „Graf Götzen“ (grüne Husaren).

1827: Es wird eine Elementarschule (Seminar-Übungsschule) errichtet.

1831 (Oktober): Choleraepidemie in Oberglogau. 53 Bewohner der Stadt (62 aus der Pfarrgemeinde) sterben.

1841 (30.06.): Die Pfarrkirche wird durch einen Blitzschlag stark beschädigt.

1843: Bau einer evangelischen Schule

1848: Einrichtung eines Krankenhauses in der Vorstadt.

1848: Unruhen in ganz Deutschland erfassen auch Oberglogau.

1848 (29.03.): Es wird eine Bürgerwehr gebildet, die erst im Frühjahr 1849 aufgelöst wird.

1848 (08.10.): Die sog. „Katzenmusik“ (Demonstration) auf dem Schloss zu Oberglogau führt
zur Entlassung des von der Bevölkerung ungeliebten Reichsgräflich Oppersdorffschen Güterdirektors Küas.

1848 (29.10.): Während einer Katzenmusik am Ring werden Fenster des Rathauses eingeschlagen.

1853: Einrichtung einer Schule für Kinder aus Hinterdorf und Weingasse.

1855: Bau einer evangelischen Kirche in Oberglogau.

1855: Choleraepidemie: 288 Personen erkranken, 85 sterben.

1855: Bau eines neuen Krankenhausgebäudes in der langen Gasse an der Stadtmauer (Schulgässchen am alten Buttermarkt).

1857 (28.02.): Feuer in der Scheune des Kunstmeisters Gurecko beschädigt den Wasserkunstturm.

1858: Nach Renovierung des Hospitals zum hl. Nikolaus übernehmen die Schwestern Borromäerinnen die Pflegen der Alten. Bald darauf Einrichtung einer „Industrieschule“ für Töchter mittelloser Familien im Hospital.

1859: Die Postverbindung Oberglogau-Leobschütz wird aufgehoben.

1860: Die Postverbindung Oberglogau-Neustadt wird eingerichtet.

1860 (11.03.): Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Oberglogau.

1860: Grundsteinlegung eines von den Borromäerinnen geführten Weisenhauses im Hospital hl. Nikolaus.

1864: Errichtung des Weisenhauses zum hl. Schutzengel.

1866: Im Krieg Preußens gegen Österreich fallen zwei aus Oberglogau stammende Soldaten.

1869: Bau der massiven jüdischen Synagoge in der Schulstraße.

1871: Im Krieg Preußens gegen Frankreich fallen sechs aus Oberglogau stammende Soldaten.

1871: Vollendung des Baus der Volksschule in der Leobschützer Straße im Vorort Hinterdorf.

1872: Umzug des Lehrerseminars aus dem altem Minoritenkloster in ein neuerbautes Gebäude im Vorort Weingasse.

1872: Oberglogau erhält eine Telegraphenstation.

1872: Zusammenbruch des Majoratsturmes an der Klosterkirche. Wiederaufbau bis 1876.

um 1872: Abbruch des Coselertores.

1873: Bau der neuen Stadtschule.

1873 (16.09.): Gründung des Oberglogauer Militärvereins.

1874: Abbruch des Wassertores (Begin 13.02.).

1874-1876: Oberglogau bekommt einen Eisenbahnanschluss (Kandrzin-Neustadt).

1875: Entstehung der Simultanen Volksschule durch Vereinigung der Vereinigung der einklassigen ev. Schule und der 7-Klassigen kath. Schule.

1875: Verlegung und Neueinrichtung des alten Krankenhauses in ein neues Gebäude zwischen dem Olbrich-Garten und dem Haus vom Webermeister Scholz.

1877: Oberglogau wird Station der Eisenbahnlinie Kandrzin-Frankenstein.

1881: Es gibt in Oberglogau bereits 2 Molkereien.

1882: Es wird die Oberglogauer Zuckerfabrik in Betrieb genommen.

1885: Eröffnung der Höheren Knabenschule (mit einem Internat seit 1896).

1890 (11.03.): Grundsteinlegung des oberglogauer Postgebäudes.

1890 (13.10.): Es wird in Oberglogau der Musikprofessor und Komponist Gerhard Strecke geboren (+1968 in Ratingen).

1892 (3/4.06.): Kaiser Wilhelm II. verweilt in Oberglogau anlässlich der Hochzeit der Comtesse Johanna von Oppersdorff mit dem Fürsten Hugo von Radolin.

1893: (24.08): Ein schweres Hagelgewitter zerschlägt alle Fenster an der Westseite der Stadthäuser.

1894-1903: Es garnisoniert in Oberglogau die IV. Abteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 21 (von Clausewitz).

1896: Pfarrer Alexander Tatzel erbaut das St. Josephstift.

1896 (25.-27.05.): IV. Hauptversammlung des Vereins der katholischen Lehrer Schlesiens in Oberglogau.

1896: Oberglogau hat in diesem Jahr folgende Schulen: Simultane Volksschule (Stadtschule), Schullehrer-Seminar, Höhere Knabenschule, Höhere Mädchenschule, Gewerbliche Fortbildungsschule, Kaufmännische Fortbildungsschule, Spielschule.

1900: Die erste Fernsprechleitung mit 20 Teilnehmern wird eingerichtet.

1901: Gründung des Sparkassen- und Darlehensvereins e.G.m.b.H (seit 1926 Kreditbank e.G.m.b.H).

1903 (31.03.): Oberglogau hört auf eine Garnisonsstadt zu sein, was sie seit 1743 ständig war. Das zweite Oberschlesische Feldartillerie Regiment Nr. 57 ist das letzte hier stationierte Heeresteil.

1904: Jahrhunderttrockenheit.

1904 (01.08.): Eingemeindung der Vororte Weingasse und Hinterdorf.

1906/7: Verlegung von Wasserleitungen in der Stadt.

1907: Bau des städtischen Wasserwerkes in den Erlen und des Wasserturms auf dem Hellberg.

1910-1919: Bau einer Kläranlage (in Betrieb bis 1995).

1913: Errichtung des Carl-Müller-Waisenhauses für Halbwaise und deren Mütter.

1914-1918: Erster Weltkrieg. Im Kampf für Kaiser und Deutschland fallen 254 Oberglogauer.
Bis Ende der Abstimmungszeit 1923 werden weitere 23 Oberglogauer getötet.

1918 (12.11.): Nach Ende des I. Weltkrieges und Anspruchsstellung des polnischen Staates auf Oberschlesien findet in Oberglogau die Abwehrbewegung gegen die Übernahme Oberschlesiens durch Polen ihren Anfang.

1920 (07.02.): Nachdem die Entscheidung fällt, dass die Oberschlesier durch Abstimmung über ihre staatliche Zugehörigkeit entscheiden sollen, verlässt die in Oberglogau untergebrachte 4. Kompanie des Reichwehrschützenregiments von Winterfeld Nr. 16 (Rest des alten Oberschlesischen Infanterieregiments Nr. 62) die Stadt.

1920 (21.02.): Oberglogau erhält eine italienische Besatzung.

1920 (24.02.): Es wird Oberglogau mit Umland vom Kreis Neustadt (der westliche Teil des Kreises darf an der Abstimmung nicht teilnehmen) getrennt und im alten Minoritenkloster eine Oberglogauer Kreisverwaltung für die Stadt und 67 Ortschaften des Abstimmungsgebietes eingerichtet.

1921 (20.03.): Abstimmung über die staatliche Zugehörigkeit Oberschlesiens. In Oberglogau stimmen 96 % der Bewohner (5093 Personen) für Deutschland und 4 % (226 Personen) für Polen. Im Oberglogauer Abstimmungskreis siegt die deutsche Option mit 88% gegenüber der polnischen Option mit 12% Stimmen.

1921 (24.05.): Nach einer von den Polen am 03.05 gestarteten, bewaffneten Aktion zur Eroberung Oberschlesiens sowie dem Sieg der deutschen Selbstschutzkräfte am St. Annaberg wird in Oberglogau im Hotel „Zur Post“ der „Zwölferausschuss“ gebildet. Er ist eine aus den politischen Parteien und Gewerkschaftsführern der oberschlesischen Provinz bestehende politische Vertretung des Landes im von Polen nicht besetztem Gebiet. Der Oberbefehlshaber des oberschlesischen Selbstschutzes Generalleutnant Karl Höfer schlägt sein Hauptquartier im Schloss von Oberglogau auf.

1921 (15.10.): Der Völkerbund entscheidet über die Teilung Oberschlesiens. Oberglogau und sein Umland verbleiben in Deutschland.

1922 (19.07.): Es erfolgt die Übergabe der Verwaltung von der Interalliierten Kommission an die deutschen Behörden. Die italienischen Besatzungstruppen ziehen aus Oberglogau ab.

1925 (28.03.): Aufnahme des Kraftpostbetriebes auf den Strecken Oberglogau-Zülz, Oberglogau-Leobschütz, Oberglogau-Kostenthal und Oberglogau-Krappitz.

1925: Ausbau des Ortsleitungsnetzes.

1925 (28.06.-12.07.): Unter dem Motto „Deutsches Fest im deutschen Osten“ werden die Feierlichkeiten zum 700-jährigem Bestehen Stadt Oberglogau begangen. Allein am ersten Sonntag reisen 40.000 Besucher in das knapp 7000 Bewohner zählende Städtchen ein.

1925: Auflösung des hiesigen Lehrerseminars mitsamt der Seminar-Übungsschule (bisher existierten in Oberglogau 3 Volksschulen = Nr. I. – Eichendorfschule -, Nr. II. und die Seminar-Übungsschule). Einrichtung einer höheren Aufbauschule (Deutsche Oberschu-le) in diesen Gebäuden.

1927 (23.08.): Einweihung der städtischen Turnhalle und des Sportplatzes in Oberglogau.

1929: Errichtung einer Schwimmeisbahn am Schützenhause. Durchführung der oberschlesischen Eislauf-Meisterschaften mit über 70 Teilnehmern.

1931: Einweihung des neuerbauten städtischen Krankenhausen an der Bahnhofspromenade (Auf dem Hellberg). Unter den anwesenden Ehrengästen u.a. der Oberpräsident von Oberschlesien Dr. Lukaschek.

1931 (10.11.): Einweihung der Landwirtschaftlichen Schule im altem Krankenhausgebäude.

1932 (12.11.): Eröffnung des über dem Schlosstor neuerrichteten Heimatmuseums „Rektor-Strecke-Museum“.

1934: Einweihung des städtischen Freibades (Gartenbad).

1935: Bau der Volksschule im Stadtteil Hinterdorf. Weihe am 25.04.

1935 (21.03.): Auflösung des der Familie von Oppersdorf gehörenden Majorats (Fideikomiss) Oberglogau.

1945 (18.03.): An einem strahlend schönen Frühlingssonntag wird die Stadt von Fliegern bombardiert. Das Rathaus und ein Teil des Ringes kommen zu Schaden.

1945 (19.03.): Es marschieren in Oberglogau sowjetische Soldaten ein. Nach der Niederlage im II Weltkrieg wird Oberglogau unter polnische Verwaltung gestellt.

1945 (August): Wiedereröffnung des städtischen Krankenhausen (1947 hat das Krankenhaus schon eine Kapazität von 60 Betten).

1945 (September): Wiedereröffnung des städtischen Kindergartens. In diesem Jahr wird auch bereits das pädagogische Lyzeum in Oberglogau eröffnet.

nach 1945: Anders als die meisten ostdeutschen Städten, erleidet Oberglogau nicht so große Verluste an einheimischen Bevölkerung durch Flucht und Vertreibung. Das Einsickern von polnischen Bevölkerung geht hier langsamer vonstatten. Bis weit in die 1970er Jahre trägt die Stadt den Kosenamen „Klein-Berlin“ wegen der großen Zahl der hier verbliebenen einheimischen deutschen Bevölkerung.

1947: In der Stadt gibt es wieder Strom und die Gaswerke sowie die „Roszarnia“ nehmen den Betrieb auf.

1947 (Dezember): Die alte Pfefferkuchlerfabrik „Knieling“ wird als verstaatlichter Betrieb „Piast“ wieder in Betrieb genommen.

1955: Die Stadt Fulda (Hessen) übernimmt die Patenschaft über die Stadt Oberglogau.

1995: Bau einer neuen Kläranlage in den Weindämmen.

1998 (30.05.): Oberglogau schließt eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Rietberg (NRW).

2001 (06.06.): Rückkehr der 1942 abmontierten und nach Hamburg verbrachten Acht-Uhr-Glocke nach Oberglogau. Die 1949 widergefundene Glocke, die bis 2001 in Fulda aufbewahrt und zum Symbol der vertriebenen, geflüchteten und daheimgebliebenen Oberglogauer wurde, wird am alten Platz im Glockenturm der Klosterkirche aufgehangen.

2002 (08.06.): Oberglogau schließt eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Würbenthal (Vrbno/Tschechien).

2003: Die 1936 entfernte Mariensäule kehrt auf den Ring zurück.